Sonntag, 6. September 2009

Hallo liebe Freunde,

inzwischen befinde ich mich in Shenyang. Mehr Infos dazu sende ich euch die Tage, jetzt erstmal alles „alte“ was noch offen ist.


Die Kaufkraft des Geldes

Ich möchte euch eigentlich keine wirklich lange Geschichte dazu erzählen, sondern euch nur ein paar Beispiele geben um denen, die es interessiert einen kleinen Einblick in Chinas Preise zu gewähren. Wichtig ist, dass man im Hinterkopf behält, dass die Leute hier für die selbe (wenn nicht wahnsinnig härtere ) Arbeit deutlich weniger verdienen als wir in Europa. [20% der chinesischen Bevölkerung verdient weniger als 100 kuai, das sind ca. 10 Euro, im Monat.] Und noch zum Verständnis wenn über chinesisches Geld gesprochen wird: 1 Renminbi (RBM) ist das gleiche wie ein Yuan bzw. das gleiche wie ein Kuai. Umgangsprachlich und im Alltag hört man nur die bezwichnung Kuai. Aber jetzt Schluss mit laber laber und die Fakten auf den Tisch:

Joghurt: 5-8 kuai (also ca. 5o bis 80 cent, es gilt immer ca. 1:10)

48 Bleistifte im Set (gestern gekauft): 17 kuai

Eine Dose Cola: 2 kuai

Lolli: 5 Mao (0,5 kuai) also 5 cent

Toiletpaper: 10-20 kuai

5 bananen und 4 apfel und 4 apfelsinen im fruitshop: 11 kuai

1 min telefonieren im selben district: 2 mao

t-shirt: 20-30 kuai

notebook: 3000 kuai or more(real electronics are very expensive in china)

faked i phone (may just work for one week..): 400 kuai

900 GB Stick (ja, in China gibt es wirklich alles..aber ob es funktioniert ist ne andere frage): 70 kuai

average restaurant dinner: 20- 30 kuai

food at a canteen (enough for dinner): 3-5 kuai


14 Stunden Trip - auch ohne Drogen und Alkohol

Am 22.8 haben wir mit fast allen vom TTC einen tollen Ausflug gemacht: Wir waren im Summer Palace, eine der Hauptattraktionen Chinas und auf dem Tienanmen Square, hatten Beijing Duck und waren bei einer absolut gigantischen acrobatic show.

Der Summerpalace ist echt sehr cool. Wegen dem riesen See hab ich mich da wirklich ein bisschen wie daheim gefühlt, aber aufgrund der gigantischen Menschenmassen und all dem chinesischen Zeugs um einen rum, irgendwie auch nicht so ganz. Es wäre nen total cooler Ort um ganze Tage dort zu verbringen, ein Buch zu lesen und Eis zu essen, wie man es bei uns am See ja so macht. Aber dort geschieht genau das Gegenteil. Morgends um 7.30 stürmen die Touristen den Park, stürzen sich in Tretbote und schubsen sich vor den besonderen Gebäuden. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen krass, aber so ist es auch. Ich bin orftmals gar nicht erst hin zu den gaaaaanz tollen Bilder, sondern hab mir die anderen 800 außenrum angesehen. :) Auf der anderen Seite gab es dann wieder Plätze im touristenüberfüllten Summer Palace, an dem alte chinesien Tai Chi machen oder mit ihren Instrumenten da sitzen und singen oder gar zu chinesischer Popmusik Quadrille tanzen und dann findet man plötzlich eine einsame Ruine und hört die Vögel singen. Das ist wirklich alles passiert.







Danach hatten wir eine Riksha Tour durch die Hutongs. Das war so cool.. man fühlt sich ja so oder so in China schon wahnsinnig wichtig, da doch einige Fotos von einem machen und man so auffällt, aber bei der Riksha Tour war das absolut deluxe! :D Ein freundlicher Chinese strampelt sich für einen ab, kracht immer um ein Haar mit anderen Rikshas oder Autos zusammen und bemüht sich dennoch scheiße freundlich zu sein. Das war echt lustig.

Der Tienanmen ist da weniger aufregend.. es ist einfach ein gigantisch gigantischer Platz, der momentan restauriert wird und so bis auf das riesige Mao Bild nur grüne Abdeckfolie und viele Menschen zeigt. Wir hatten leider nicht allzu viel Zeit da um die Sache wirklich unter die Lupe zu nehmen, aber so besonders scheint es nicht. Aber mal ehrlich..was soll an einem riesigen ge

pflasterten Platz schon besonderes sein (außer das riesen Mao Bild, dass wir ohnehin gesehen haben)??

Die große Überraschung des Tages war dann die acrobatic Show! Jeder dachte, dass ist eh nur touristen Pfusch, aber es war ehrlich ziemlich gut und faszinierend. Im Prinzip hat man das meiste schon gesehen, aber chinesen legen doch einfach immer gerne einen drauf. Europäer gehen hoch, Chinesen gehen höher.. Europäer fahren zu 7 gleichzeitig auf einem Rad, Chinesen schaffen das auch mit 14 (das machen die tatsächlich). Und dazu kommt das total fanatische Verrücktsein nach Buntem, sodaas die ganze Show eine wunderbar küstlerische Farbenpracht war. Es hat wirklich viel Spaß gemacht.

Am selben Abend dann noch haben wir die geschichte Many Man angehängt um den Tag abzurunden..


Much Man

Zurück an der UIBE nach dem Trip gabs einen jungen Mann der über den Rest des Abends entscheiden durfte: Der coole, nette Lee! Denn: It was Lee's birthday! Und Lee, meine Damen und Herren, ist schwul und so war es keine große überraschung, dass wir uns aufgemacht haben in Beijings (und Chinas) einzigen offisziellen Gay-Club! Es war einfach nur cool das Gebäude zu betreten und hunderte Männer um einen rum zu haben (und ca. 3 chinesische Lesben), die aber absolut nicht an einem Interessiert sind und dann kommen die boys aus unserer Gruppe zu uns Mädels und bitten uns, sie vor dem Typen, der sie die ganze Zeit anstarrt, zu retten. Das war so einmalig cool :D Hinzu kommt, dass die da nen bouncing dancefloor haben, der sich mit der Musik mitbewegt. Das ist einfach mal so abgefahren!! :D


'Food, oder sowas in der Art' oder auch 'Musikstunde'

Arg viel will ich dazu eigentlich gar nicht sagen, man sollte es live miterlebt haben oder auch zumindest das coole Video gesehen haben:

In dem Song handelt es sich um eine wahre Geschichte, Tascha hatte tatsächlich eine Kippe in ihrem Mittagessen in der Kantine.

Der Song darüber ist kurz danach vor unseren Wohnungen entstanden und das völlig ohne Stifte, Papier und Instrumente.

Es war eine einmalig geniale spontanaktion aller Beteiligten. Einfach nur großartig!













'Der freie Fall' oder auch ' Where the hell are we right now and who ist this stange guy next to me?'

Es war am Tag nach dem Ausflug und der Gay Bar: Sandra hatte keine 4 Stunden geschlafen als es wiedermal hieß: Are u coming as well? Und ich 'YES' antwortete. Und dann gings auch schon los. Raus aus der UIBE zu den Taxis, aber die wollten nicht so weit fahren! Daher haben wir uns dann entschlossen auf Variante 2 umzusteigen: Den Bus. Und das klingt leicht und gut, aber das war es definitiv nicht: Wir sind mit dem Taxi zur Bushaltestelle, von der der 917 Bus aber irgendwie nicht fährt und haben so einen Bus zur richtigen Bushaltestelle genommen (das ganze hat schon über 1 Stunde gedauert) und dann an der Bushaltestelle nochmal ne halbe Stunde auf den Bus gewartet, bis wir endlich im richtigen Bus saßen. In dem fuhren wir dann friedlich 2 Stunden land.... 2 Stunden?!?! Moment.. das dauert hier viel zu lange!! Per Wörterbuch-Übersetzung haben wir dann festgestellt, dass wir unser Ziel so nicht erreichen können und sind im absoluten Nowhere outside of Beijing (d.h. Almöde ohne Alm) an nder Bushaltestelle gestanden. Letzendlich hat uns von da ein illegales Taxi für zu viel Geld an unser Ziel gebracht: Ein Kleiner See in den Bergen bei dem man BUNGEY JUMPING kann!!! :D Hoch gings den Berg mit nder Seilbahn, dann befestigen die 2 lappige Dingerchens an deinem Fuß und Schwupdiwups sind wir 4 da runter gesprungen (so schwumpdiwups ging das nicht, aber irgendwie schon, denn nach ner weile rumgejammere haben einen die netten Helfer einfach geschupst!): Und dann kam der absolut geniale freie F all direkt auf den nicht tief genugen blauen See zu :) und das Seil hat einen, obwohl man nicht wirklich daran geglaubt hat, doch gehalten und man bounced da in der luft rum und bekommt jedes mal, wenns wieder abwährts geht eine neue Herzattacke! Super cool und lustig..Aber dann war der Spaß leider auch schnell wieder vorbei: Wir mussten irgendwie unseren Weg zurück finden, und wenn das genauso lange dauern würde wie die Hinfahrt, dann würden wir es nicht mehr am selben Tag schaffen. Unser illegaler Taxifahrer hatte auf uns gewartet (wir haben ihm vor dem Sprung kein Geld gegeben :D ) und wir haben mit ihm ausgemacht, dass er uns zurück zum Tienanmen Square bringt für weitere 300 kuai. Und so geschah das dann auch, bis der Fahrer 30 km vor Beijing plötzlich im Nirgendwo anhielt und mehr Geld wollte. Es war dunkel draußen, wir mussten heim unser Assignment machen, dass wir am nächsten morgen um 8 abgeben sollten, ich hatte den ganzen Tag über absolut nichts gegessen und war voll erledigt und da fängt der Pisser an zu stressen! Am liebsten hätten wir ihn erwürgt, aber dann wären wir auch nicht heim gekommen.. Letztendlich haben wir es doch geschafft, dass er uns weiter fährt, aber nur bis an den Stadtrand. Von da aus haben wir dann die U-Bahn bis zurück zur Uni genommen. So verlohren wie an dem Tag, habe ich mich glaube ich noch nie in meinem Leben gefühlt gehabt.

(das Video von mir beim Springen habe ich leider noch nicht, denn es wurde nicht mit meiner Camera aufgenommen.. ich hoffe ich kann das bald nachliefern.)


The Tree

Im Tree, einem Restaurant in einer dunklen Ecke der San Li Tun Bar Street, gibt es die absolut beste Pizza von Beijing. Das Restaurant wurde dafür sogar mehrmals mit einem Award ausgezeichnet und es ist wirklich einmalig genial! Man bezahlt im Tree zwar fast europische Preise, aber das Essen ist jeden Cent wert, nachdem man hier auf absolutem Käseentzug ist und alles andere Essen nie langfristig satt macht. Die Chicken Roma Pizza gehört definitiv auf die Liste der einmaligen Erlebnisse in China.











Ein Traum wird wahr: Shopping for free!

An der UIBE hatten wir eine Karte vom TTC Staff für die Canteen bekommen, aber schon nach kürzester Zeit hatten wir herausgefunden: Das Plastikding kann mehr als das, es ist die Erfüllung eines langjährigen Wunsches. Zudeutsch: Man konnte mit dem Dingchen im Supermarkt auf dem Campus bezahlen und es war so viel Geld drauf, dass man das wirklich nur mit wahnsinnig viel mühe hat leershoppen können. Es war soo cool.. man ging in den Supermarket, nimmt sich den teuersten Orangensaft, die importierten Kekse und ein Set neue Flizstifte, stellt sich an die Kasse und die Karte bezahlt.. und das mehrmals am Tag! :D Das war absolut genial und ein wahrer Traum! Hier in Shenyang weinen wir wirklich alle unserer Shoppingkarte hinterher- denn so billig sind Lebensmittel eben doch nicht!

1 Kommentar:

  1. HALLO! Na endlich schaff ich das mal. Wow, das klingt alles so mega Hammer geil. Ich haett voll Bock auf nen Ausflug nach China. LOL, ich kann ja in die andere Richtung um die Welt reisen. SInd ja nur so 11000 Killometer.

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